25.4.09

Die Mountain Woche

Nicht erst durch den (berechtigten) Kommentar meines einzigen regelmässigen Lesers, wurde mir bewusst, dass die Mountain-Woche bezüglich Aktualität ein Debakel war und einer Bretter-Woche glich. Es ist mir klar, dass ich dazu ausführlich (Ein anscheinend relativ schwammiger Begriff) Stellung nehmen muss:

Die Mountain Woche hat mit einer pessimistischen Grundstimmung im Basislager begonnen. Die Ausrüstung erfüllte die Vorgaben nicht. Das Wetter zeigte sich launisch und die Motivation war nicht hoch genug. Die Wende brachte der dünne Mann und seine Ballade. Er packte in unserem Basislager die Gitarre aus und erzählte uns etwas über Tom Thumb.
Am Dienstag wurde ein grosses Stück zurückgelegt und der Weg zur Spitze erschien nicht mehr unendlich. Unterwegs war es mir leider nicht möglich der gähnenden Leere auf dieser Seite zu ein Ende zu setzen. Wir hatten am zweiten Tag der Mountain Woche ohnehin andere Probleme. Das Velomädchen kam uns mit einem Mountainbike entgegen und rempelte mich, wegen der engen Platzverhältnisse am Berg, an. Der Schaden war mit einer Entschuldigung nicht beglichen. Was folgte war ein mühsamer Papierkrieg bei dem sämtliche Bergsteiger gedanklich einen Ausflug nach Hyrule machten. Das zweite Lager wurde aufgrund dieser Verzögerung erst in der Nacht erreicht. Als wir am Mittwoch bei idealem Bergwetter den Gletscher erreichten, hatten wir ungefähr die Hälfte des Weges auf den gigantischen Steinhaufen zurückgelegt. Es war nicht wirklich eine Überraschung als wir kurz darauf entführt wurden und einen Nachmittag in einer grünen Mine schuften mussten. Es war befremdend eine Industrie in dieser Landschaft anzutreffen. Am Abend konnten wir unseren Entführern glücklicherweise entkommen (doch wir wollen bald wieder zurück in die Mine). Am Donnerstag sind wir im dritten und letzten Lager angekommen. Ich musste per Videobotschaft eine einstündige, unliebsame Geschichte präsentieren. Diese Botschaft wurde jedoch nicht aufgezeichnet. Per Live-Streaming war sie aber auf dieser Seite zu sehen (wer dies verpasst hat ist selber schuld). Der letzte lange Marsch zum Gipfel machte unsere Füsse müde. Er war wesentlich länger als zunächst angenommen. Unterwegs begegneten uns nur ungefähr drei andere menschliche Wesen. Langsam aber sicher war mir bewusst, dass der einzige regelmässige Leser dieser Seite die Geduld verlieren würde. Denn ich hatte immer noch keine Möglichkeit das weltweite Netzwerk aufzusuchen. Was eigentlich sehr schade ist, da eine solche Mountain Woche doch einiges an spontanen Ideen zu bieten gehabt hätte. Wie dem auch sei, am Freitag wurde der Gipfel erreicht. Viel gibt es darüber nicht zu berichten. Der Steinhaufen war natürlich auch nicht mit dem Kangchendzönga zu vergleichen. Sam zeigte uns auf dem höchsten Punkt noch seine dürftige Behausung, welche mich nicht wirklich ansprach. Vor allem die Küche war in desoltatem Zustand. Trotz meinem sichtbaren Desinteresse, erzählte er uns noch ein schönes Gedicht (welches ich mir notierte). Danach begleitete uns Mr. Hand, den wir in der dunklen Stadt kennengelernt hatten, den Berg hinunter.

Die Mountain Woche ist somit in der näheren Vergangenheit angekommen.

Falls jemand dies nicht lesen mag, kann er gerne auch mit dem Song "Upward over the Mountain" von Iron & Wine vorlieb nehmen.