Eine Person mitsamt ihrer Verzweiflung befindet sich am Punkt A. Die Person ist alles andere als zufrieden damit und gelangt (un-)gewollt von Punkt A nach Punkt B. Dieser verspricht Hoffnung. Schlussendlich ist es jedoch die Reise zwischen den Punkten A und B, welche der Person unerwartet viel Erfahrung schenkt.
Dieses Grundrezept oder auch Formel wurde meines Wissens durch die wunderbare Odyssee von Homer begründet. In den Jahrhunderten wurde das Rezept von vielen Köchen übernommen und abgeändert. Dies führte immer wieder zu extrem beeindruckenden und schönen Werken wie zum Beispiel „Down by Law“ von Jarmusch oder auch Lynchs „Straight Story“. Auch der Norweger Rune Denstad Langlo hat den Stoff nun auf seine Weise verfilmt. Verzweifelte Person, bizarre Begegnungen und „der Weg als Ziel“ inklusive. Mit dem Schneemobil und den Skiern gehts in Richtung Norden. Der Zuschauer folgt dem Reisenden durch die einsamen norwegischen Schneelandschaften. Hie und da trifft der Protagonist auf eine Insel der Menschlichkeit und Wärme. Mit bizarrem Witz ausgestattet, weiss der Film ausserdem als Komödie zu überzeugen ohne ins Lächerliche abzurutschen. Der Film ist genau so schräg wie er eben sein muss und hat ein perfektes Ende.
Da „der Schweizer“ allgemein eine erstaunliche Zuneigung zu skandinavischen Filmen jeglicher Art zeigt, bleibt mir gar nichts anderes übrig als Nord für den nächsten Kinogang zu empfehlen. Sogar wenn dieser nur in regulären Lichtspielhäusern ohne 3D-Brille abgespielt wird.