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21.12.10

Die kleine Retrospektive 2010 (Teil 2)

Déja-vu gefällig? Voilà.
Bei den zehn eindrucksvollsten, unterhaltsamsten Konzerten des Jahres 2010 tauchen auffallend viele Bands aus dem ersten Teil erneut auf. Bestes Beispiel dafür sind natürlich Arcade Fire, die mit zwei Spitzenplätzen definitiv als Band des Jahres bezeichnet werden können. Wie selbstverständlich auch bei den Alben, war es auch hier wieder extrem schwierig sich auf zehn Auftritte zu beschränken. Ausschlaggebend war bei der Beurteilung ganz subjektiv die Erinnerung an einen Anlass im Gesamten und nicht unbedingt qualitative Kriterien.

(Hinweis: Die Links verweisen auf Videos von Live-Auftritten der Bands, jedoch in den meisten Fällen nicht auf das vom Autor besuchte Konzert)


1.
Arcade Fire @ Zenith, München, 28. November 2010
Seit Radiohead 2008 kein Spektakel dieser Grössenordnung mehr gesehen. Faszinierend, episch, aufwühlend, einfach Gross!
2.
The Mountain Goats @ Koko, London 9. September 2010
Hier müsste man sich lediglich fragen: Weshalb dieses Jahr "nur" Platz 2?
3.
Pavement @ Le Zénith, Paris, 7. Mai 2010
Hätte wohl kaum einer gedacht, dass die 90er-Independent Helden es auch im Jahr 2010 noch so drauf haben. Reunion (was auch immer für ein Gedanke dahinter steckt) absolut gelungen!
4.
Pixies @ Troxy, London, 4. Juni 2010
Das wohl wildeste Konzert des Jahres. Where is my f***ing mind again?
5. 
The National @ Le Zénith, Paris,  7. Mai 2010
Was für ein witziges Bild: The National als Support für Pavement. Doch ausgerechnet dieser Auftritt überzeugte von den insgesamt drei, an denen der Autor dabei war, am meisten.
6.
CocoRosie @ Miles Davis Hall, Montreux, 17. Juli 2010
Auch wenn sie an diesem zweitletzten Abend des Montreux Jazz Festivals nicht als Headliner galten, der unbestrittene Höhepunkt.

7.
Shearwater @ Nouveau Monde, Fribourg 4. März 2010
Wie schon bei den Alben also auch hier: Shearwater schleicht sich unbemerkt, leise (aber absolut verdient) in die Top Ten.
8.
Aphex Twin @ Bad Bonn Kilbi, Düdingen, 26. Mai 2010
Laser, Noise und ein irrer Zauberer mittendrin. Der Auftakt zur Kilbi war gleichzeitig auch deren Höhepunkt.
9.
Junip @ Haldern Pop Festival, Haldern 13. August 2010
Kurz vor 3.00 Uhr in der Nacht auf Samstag spielte José und seine Freunde im gemütlichen Spiegelzelt in Haldern ein intimes Konzert. Ein Höhepunkt des Festivals (das eigentlich noch viel mehr Grossartiges zu bieten hatte - aber eben, es sollen keine Top Twenty daraus werden).
10.
Hot Chip @ Bad Bonn Kilbi, Düdingen, 28. Mai 2010
Auch wenn leider kein kahlrasierter Alien-Nerd Düdingen unsicher machte, war dies eine der geilsten Partys des Jahres.


An dieser Stelle jedem Leser ein Dankeschön fürs Interesse an diesem bescheidenen Blog. Wünsche eine angenehme Weihnachtszeit allerseits!

15.12.10

Die kleine Retrospektive 2010 (Teil 1)

Wie froh darf man doch sein, dass dieses Jahr ein Ende findet! Oder etwa nicht?! Jedenfalls führt diese Tatsache zwangsläufig dazu, dass in jedem halbwegs aktuellen (Musik-)Blog eine Art Jahresrückblick gepostet wird - so natürlich auch hier.

Zuvor noch kurz etwas in eigener Sache:
In letzter Zeit konnte man kritische Stimmen munkeln hören, dass „Insane in the Radiobrain“ am aussterben sei und die Wendung hin zu einem Videoblog in etwa noch so interessant ist wie eine Dauerwerbesendung eines polnischen Privatsenders. Diese Kritik ist zweifellos gerechtfertigt. Tatsächlich machte es sich der Autor ab dem Sommer etwas gar bequem und kopierte lediglich etliche Videoclips, die wiederum von prominenten Musikblogs angepriesen wurden. Damit soll nun aber Schluss sein. Künftig werden wieder wie zu Anfangszeiten verwirrende, belanglose und meist überflüssige Einträge den Blog zieren. Deswegen erhält die Seite zwar auch weiterhin nicht wirklich eine Daseinsberechtigung. Immerhin scheint diese Art der digitalen Egomanie dem Autor wesentlich menschlicher als die tagtäglich auf dem sozialen Netzwerk von Herr Zuckerberg zelebrierte Kacke.

Genug gepoltert. Jetzt geht es um die Musik. Im ersten Teil der kleinen Retrospektive 2010 präsentiert der Autor seine persönlichen zehn Lieblingsalben der vergangenen zwölf Monate. Gerne hätte er ein gewisses Mass an Überraschung in den Top Ten gesehen. Das ist jedoch nicht der Fall...

1.
Arcade Fire – The Suburbs
All überall auf den Jahrescharts-Spitzen, sieht man Arcade Fires „Suburbs“ sitzen. Das soll hier nicht anders sein. Nicht nur eine wahrhaftig geniale, musikalische Zeitreise von Win Butler sondern auch der ultimative Soundtrack zum Jahr 2010.

2.
The National – High Violet

 
Schon als die Lieder im Frühjahr in schlechter Qualität geleakt waren, gab es kaum Zweifel, dass „High Violet“ ein absoluter Höhepunkt dieses Musikjahres wird.


3.
CocoRosie – Grey Oceans
Bestimmt nicht wegen dem Albumcover hat es “Grey Oceans“ auf das Treppchen geschafft. Musikalisch jedoch bislang das beste Album der beiden Schwestern. Vor allem weil es quasi keine Durchhänger hat.


4.
Beach House – Teen Dream
Als traumhaft darf man dieses Werk von Beach House allerdings bezeichnen. „Teen Dream“ vermochte das ganze Jahr hindurch immer wieder zu begeistern.


5.
Shearwater – The Golden Archipelago
Auch ohne Beteiligung von Will Sheff wurde dieses Album zu einer ruhigen und unscheinbaren aber dafür umso schöneren Perle des Jahres 2010.

6.
Sufjan Stevens – The Age of Adz
Maskiert kommt er mit neuen Liedern, die verstrickter sind denn je. Verständlichkeit? Hm... Jedenfalls freut man sich einfach immer wieder über die Flausen des Sufjan Stevens.


7.
Broken Bells – Broken Bells
James Mercer und Danger Mouse basteln was zusammen. Keine Überraschung, dass das Resultat überzeugt. Ein Platz in den Top Ten ist berechtigt, selbst wenn die Lieder leider nicht sehr tiefgreifend sind.


8.
Vampire Weekend – Contra
An dieser Stelle könnten gewiss einige Alben stehen, die es eher verdient hätten als die Jungs aus New York. Aufgrund der Anzahl der Hördurchgänge bleibt aber nichts anderes übrig als „das Pop-Album des Jahres“ mindestens auf dem achten Platz aufzulisten.


9.
 Hot Chip – One Life Stand
Es gab im 2010 keine bessere Tanzmusik als den naiven Dance auf „One Life Stand“. Das Musikvideo zum Song „I feel better“ sorgte zudem für so manchen heiteren Moment. Nerd Power!

10.
The Extra Lens – Undercard
Es gehört zur Pflicht jedes Mountain Goats Anhängers, mindestens ein Album mit J. Darnielle-Beteiligung in den Jahrescharts aufzulisten. Im Ernst: Undercard ist ein ganz tolles Album. Unter dem Strich erreicht es jedoch nicht annähernd die Qualität der meisten Mountain Goats Platten.


Nächste Woche folgt der zweite Teil der Retrospektive.

29.12.09

Die kleine Retrospektive

Langsam aber sicher macht sich bei mir ein gewisser Überdruss an Jahresrückblicken bemerkbar. Trotzdem kann ich es mir nicht verkneifen, eine persönliche Retrospektive zu posten. Es wird voraussichtlich der letzte Eintrag im 2009 sein.

Normalerweise beginnt ein neues Jahr mit einem Glas in der Hand und Glückwünschen in der Luft. Das war das letzte Mal nicht der Fall. Einige erinnern sich zumindest noch vage daran, wie ich unfreiwillig-schlafend in das bald endende Jahr rutschte. Es begann also ganz und gar nicht wie ich mir dies vorgestellt hatte. Glücklicherweise stellte sich dieser Jahreswechsel nicht als schlechtes Omen heraus. Gewiss ging im Weltgeschehen fast alles weiter bergab. Die Pessimisten haben Recht behalten. Doch darauf will ich hier nicht eingehen. Das passt schon gar nicht in diese kleine Welt von Radiobrain. Im Frühling dann wurde dieser Blog ins Leben gerufen. Als Alternative zu Facebook und Konsorten. Mein Ziel war eine Plattform für persönlichere Einträge, welche nur Leute lesen, die es entweder interessiert und/oder die mich besser kennen als der einfache Facebook „Friend“. Dieses Ziel habe ich erreicht und ehrlich gesagt war ich mir vor einigen Monaten noch nicht sicher, ob dieses „Projekt“ wirklich das Jahresende erlebt. Für mich stand 2009 zudem im Zeichen der analogen Fotografie respektive der Lomografie. Ungefähr 50 Filme habe ich dieses Jahr belichtet. Es war mein Einstieg in die Welt dieser Art von Kunst. Die vielen gemachten Erfahrungen ermutigten mich umso mehr damit weiterzumachen. Ausserdem fand im Sommer mit dem Umzug in meine eigenen vier Wände ein weiteres, enorm wichtiges Ereignis statt, das man so schnell nicht wieder vergisst. Unterdessen habe ich mich darin bestens eingelebt und bereue Nichts (was ja auch nicht selbstverständlich ist). Ebenfalls im Sommer stellten natürlich wieder die heiss-erwarteten Festivals in Werchter und Haldern absolute Höhepunkte dar. Doch dann kam der Herbst. Alle verliessen das Land, was ich eigentlich gut verstehen kann. Erstaunlicherweise wurde mir jedoch eher selten langweilig. Das lag unter anderem auch an der vernetzten Internetgesellschaft von Heute. Dies wurde mir in diesem Jahr bewusster vor Augen geführt als je zuvor. Nun, jedes Jahr hat auch persönliche Tiefpunkte. Doch das Schöne überwog ganz klar. Ich denke, wenn man dies so sagen kann, ist man ein glücklicher Mensch. Egal wie das neue Jahr diesmal für mich beginnen wird: Ich bin und bleibe optimistisch was die Zukunft anbelangt, auch wenn einiges dagegen spricht.

Ich wünsche euch ein glückliches neues Jahr!